|
Ein Engel wenn die Bäuerin krank ist
Dorfhelferinnen versorgen im Notfall Haus, Familie und Stall / Spende an Dorfhelferinnenstation
Amberg-Sulzbach.Erna Braun-Schlager hält alles in Schuss. Sie hilft in einer Familie, in der die Mutter erkrankt ist. Vormittags kümmert sie sich um den Haushalt, versorgt die noch nicht schulpflichtigen Kinder und kocht dann das Mittagessen. Später spült sie ab und macht die Wäsche. Ein ganz normaler Arbeitstag für die Dorfhelferin. Doch manchmal fängt ihr Arbeitstag schon morgens um fünf Uhr an. Dann geht sie zum Melken in den Stall und füttert das Vieh.
Dorfhelferinnen kommen zum Einsatz, wenn in einem landwirtschaftlichen Betrieb die Bäuerin z.B. krank ist oder ein Kind bekommt. Dann kann über die Krankenkasse der Einsatz einer Dorfhelferin beantragt werden. Dorfhelferin Braun-Schlager wird in einigen Wochen ihren Einsatz beenden, wenn die Bäuerin wieder gesund ist. Dann geht es zur nächsten Familie.
„Ich freue mich, immer wieder Menschen neu kennen zu lernen“, sagt Braun-Schlager. Die meisten Familien freuen sich, wenn die Dorfhelferin zur Unterstützung kommt. Doch mancher Einsatz erfordert auch großes Fingerspitzengefühl von ihr, wenn sich etwa im landwirtschaftlichen Betrieb „Senior und Junior nicht ganz einig sind“.

Von Kinderbetreuung bis Melken im Stall: Die Dorfhelferin hilft vielseitig in der Not. Foto: Diakonisches Werk
Zum Aufgabenbereich von Braun-Schlager zählen hauswirtschaftliche, pädagogische und pflegerische Tätigkeiten, soll doch der normale Tagesablauf der Familie aufrechterhalten werden. Natürlich müssen auch Garten und Stall versorgt werden. Dabei kann der Einsatz von einigen bis zu acht Stunden täglich gehen. Teilweise werden sogar reine Stalleinsätze von den Krankenkassen bewilligt. Die Anforderungen an die Fachkräfte haben sich in den 50 Jahren stark verändert. 1958 dauerte ein Einsatz durchschnittlich vier Tage, heute sind es 16 Tage. Im Landkreis Amberg-Sulzbach gibt es vier hauptamtliche Dorfhelferinnen und zahlreiche nebenamtliche.
Im Landkreis Amberg-Sulzbach ist die evangelische Dorfhelferinnenstation an das Diakonische Werk Sulzbach-Rosenberg e.V. angegliedert. Diakonie-Vorstand Stefan Strauß erhielt jetzt von der MR Land Power GmbH aus den Händen von Harald Pilhofer eine Spende in Höhe von 500 € für die Arbeit der Dorfhelferinnenstation.

Geschäftsführer Stefan Strauß (Mitte) freut sich über die Spende für die Dorfhelferinnenstation die er von MR Land Power-Chef Harald Pilhofer (rechts) und dem Vorsitzenden des Maschinenrings Ulrich Kummer erhielt. Foto: Diakonisches Werk
Wer eine Dorfhelferin benötigt, muss:
- Sich vom Arzt ein Attest ausstellen lassen
- Sich bei der regionalen Einsatzstation melden
- Einen Antrag auf „Haushaltshilfe“ bzw. „Betriebs- und Haushaltshilfe“ bei der Krankenkasse stellen
In ländlichen Haushalten und im landwirtschaftlichen Betriebkönnen Dorfhelferinnen z.B. in folgenden Situationen gerufen werden:
- bei Kuren der Mutter
- bei Krankenhausaufenthalt
- bei akuter Erkrankung zu Hause
- bei Risikoschwangerschaft, Entbindung oder Mehrlingsgeburt
- zur Abkürzung oder Vermeidung eines Krankenhausaufenthaltes
- bei besonderer Belastung, Erkrankung, Pflegebedürftigkeit oder Behinderung
Dorfhelferinnenstation der Diakonie
Einsatzleitung
Maschinenring Amberg-Sulzbach e. V.
92224 Amberg
Tel: 09621/48780
Dort kann man sich für langfristig planbare Einsätze (wie Operationen oder Kuraufenthalte) vormerken lassen – oder auch kurzfristig schnell Unterstützung bekommen. |
|