05.10.2011 Nachfrage nach Wohnheimplätzen hoch
Landrat Volker Liedtke besuchte Wohnheim psychisch Kranke und Außenwohngruppe der Diakonie
Schwandorf. Mit welchen Schwierigkeiten kämpfen psychisch kranke Menschen, wie sieht ihr Alltag im Wohnheim oder in einer der Außenwohngruppen aus? Im Rahmen der „Aktion Rollentausch“ lebte Schwandorfs Landrat Volker Liedtke zwar nicht einen ganzen Tag mit Betroffenen zusammen, aber er nahm sich doch einen ganzen Nachmittag Zeit, um sich gründlich zu informieren. Heimleiter Manfred Feil führte Liedtke und Otmar Poguntke von der Heimaufsicht zunächst durch das Haus und erklärte die Ziele des Hauses: Für viele psychisch kranke Menschen sei es die erste Station der Wiedereingliederung nach ihrer Erkrankung, um wieder Fuß im Leben zu fassen.
Die 21 Bewohner und neun Mitarbeiter des Wohnheimes an der Regensburger Straße hatten Liedke und Poguntke mit selbstgebackenem Kuchen empfangen. Einige Bewohner erzählten über ihre Arbeit, berichteten, wie sie ihre Freizeit verbringen und gaben sogar einen Einblick in ihr privates Zimmer. Auf der anderen Seite wollten sie vom Landrat wissen, wie sein Alltag als Politiker aussieht. Insgesamt freuten sich alle Beteiligten, dass Liedke im 16. Jahr des Bestehens des Wohnheimes das erste Mal zu Besuch kam.

Besuch im Wohnheim für psychisch Kranke: Schwandorfs Landrat Volker Liedtke und Heimaufsicht Otmar Poguntke (von rechts) im Gespräch mit Bewohnern. Foto: Wohnheim Schwandorf
Rita Weber von der Diakonie-Geschäftsleitung trug im Gespräch vor, wo es der Diakonie unter den Nägeln brennt: „Wir bräuchten dringend eine Erweiterung, da es sehr viele Anfragen gibt“. Im Laufe der über 15 Jahre ist das Haus für immer mehr Bewohner zur dauerhaften Heimat geworden. Daher gibt es kaum noch Möglichkeiten, Bewohner, die das Wohnheim gerne als Sprungbrett zurück in ein geregeltes Leben nutzen würden, aufzunehmen.
Diese Möglichkeit, wenn auch in anderer Form, bieten die Außenwohngruppen der Diakonie, die Liedtke, Poguntke und Weber anschließend besuchten. Wer hier wohnt braucht als Voraussetzung eine Arbeit, muss die Schule besuchen oder eine Ausbildung machen. Ein Bewohner berichtete den Besuchern, wie es ihm mit Hilfe der Betreuer der Wohngruppe nach psychischen Rückschlägen wieder gelingt, sein Leben zu stabilisieren. Wenn er sich wieder soweit gefangen hat, will er sein Studium wieder aufnehmen. An seinem Beispiel konnte auifgezeigt werden, wie in den drei Außenwohngruppen versucht wird, Menschen wieder beruflich und sozial einzugliedern. Insgesamt zeigten sich Landrat Liedtke und Heimaufsicht Poguntke von der Lebendigkeit in den Außenwohngruppen positiv überrascht. Wann sie wieder kommen wollen und ob das dann erst wieder in 15 Jahren sein wird, das verrieten sie beim Abschied nicht.
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