19.06.2015

Pflegetruck/Demo

"Wir können uns mit aktueller Pflegesituation nicht abfinden"

300 Pflegekräfte demonstrierten in Amberg für liebevolle Pflege

Demonstration und Pflegetruck von Diakonie und Caritas in Amberg

Amberg. Mit einer Demonstration von 300 Pflegekräften haben am Freitagnachmittag Diakonie, Caritas und weitere Wohlfahrtsverbände in Amberg für eine Verbesserung der Pflegesituation geworben. Wolfgang Schmalzbauer, Vorsitzender des Caritasverbandes Amberg-Sulzbach sagte, die Pflege kranke daran, dass sie mehr Geld, mehr Zeit und mehr Personal brauche. Er machte darauf aufmerksam, dass die Zahl Pflegebedürftiger in den kommenden Jahren steigen werde und deshalb die Pflege weiterentwickelt und verbessert werden müsse. Der Sulzbach-Rosenberger Diakonievorstand Stefan Strauß wies darauf hin, dass die Leistungen aus der Pflegeversicherung seit ihrer Einführung 1996 um 25 %  an Wert verloren hätten. Auch orientierte sich die Pflegeversicherung einseitig an der körperlichen Versorgung der Menschen, während beispielsweise die Sterbebegleitung, die auch für Angehörige sehr wichtig sei, in keiner Weise honoriert werde. "Wir können uns mit dieser Situation nicht abfinden", betonte er.

Neben der Demonstration wollen Caritas und Diakonie heute und morgen rund um einen grünen Pflegetruck 1000 Rosen wie Luftballons verteilen, Blutzucker messen und mit Musik- und Theaterstücken für ihre Leistungen in der Region werben. Die Pflege sei nicht am Boden, sagte Caritas Heimleiter Wolfgang Hiemer in Anspielung auf jüngste Flashmob-Aktionen in Amberg, sondern mache sehr viel Freude. Der Pflegetruck von Diakonie und Caritas wird 2015 in 30 Städten Bayerns Station machen, darunter in der Oberpfalz neben Amberg auch in Weiden und Regensburg.