Emma-Lampert-Haus

Im Februar 1998 öffnete das Emma-Lampert-Haus seine Türen als Wohnheim für haftentlassene Männer und erfüllt seither einen grundlegenden diakonischen Auftrag in der Straffälligenhilfe.

Personenkreis

Ein umfassend saniertes Gebäude zentral in der Amberger Innenstadt gelegen bietet 11 Personen, die nach der Haftentlassung über keine tragfähigen Bindungen mehr verfügen, eine Unterkunft und soziale Betreuung. Die Aufenthaltsdauer beträgt in der Regel 6 bis 18 Monate. Die Altersstruktur der Bewohner reicht von 18 bis 65 Jahre. Gefangene nehmen persönlich oder über den Sozialdienst der jeweiligen Justizvollzugsanstalt mit dem Emma-Lampert-Haus Kontakt auf. Nach schriftlichem Kontakt findet ein persönliches Aufnahmegespräch statt. Außerdem wird ein mehrtägiges Probewohnen in der Einrichtung gewünscht. Zudem besteht die Möglichkeit, dass nicht inhaftierte, aber von Haft bedrohte Bewerber über andere Institutionen wie Bewährungshilfe oder Fachkliniken vermittelt werden.

Angebot

Jeder Bewohner hat ein eigenes Zimmer, teilt sich Küche, Dusche und Toilette mit Mitbewohnern und soll sein Leben so selbständig und eigenverantwortlich wie möglich gestalten. Als Ansprechpartner stehen sozialpädagogische Fachkräfte zur Verfügung, die umfassende Unterstützung in allen Lebensbereichen bieten.

Neben der Regelung behördlicher und finanzieller Angelegenheiten kommt der Suche nach einem Arbeits- oder Ausbildungsplatz besondere Bedeutung zu.
Seit Juni 2009 wurde im Emma-Lampert-Haus für die dort lebenden Bewohner das Antiaggressivitätstraining installiert.
Regelmäßiges Einkommen, ein strukturierter Tagesablauf und soziale Kontakte sind wesentliche Faktoren bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Wenn es sich als notwendig erweist, werden Bewohner mit Suchtproblemen in entsprechende Therapieeinrichtungen vermittelt. Gemeinsame Freizeitunternehmungen wie Ausflüge und Veranstaltungsbesuche und kleine Feste ergänzen das Angebot.

Finanzierung

Die gesetzlichen Grundlagen für eine Kostenübernahme finden sich im SGB XII (Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten) und SGB II bzw. im Kinder- und Jugendhilfegesetz (Hilfe für junge Volljährige), so dass entweder die überörtlichen Sozialhilfeträger (in Bayern die Bezirke) oder die Jugendämter Kostenträger sind. Entsprechend ihren Einkommensverhältnissen müssen sich die Bewohner an den Kosten beteiligen.

Zusammenarbeit/Vernetzung

Nachdem die regionale wie überregionale Zusammenarbeit auch in der Straffälligenhilfe eine wichtige Rolle spielt, ist das Emma-Lampert-Haus in mehreren Fachgremien und Arbeitskreisen vertreten: im Arbeitskreis Straffälligenhilfe Amberg/Schwandorf/Weiden, in der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft Amberg-Sulzbach, im Fachausschuss Straffälligen-hilfe des Evang. Fachverbandes für Gefährdetenhilfe, sowie in der Konferenz der Wohnungslosenhilfe in Bayern.