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Wohnungslos
Was es heißt, ohne Wohnung
leben zu müssen, können viele Menschen erst ermessen, wenn sie wohnungslos
geworden sind. Die Wohnung ist mehr als ein Dach über dem Kopf. Sie ist
Lebensmittelpunkt und sichert ein Mindestmaß an Privatheit und Schutz.
Sie ist Ort der individuellen Entfaltung, Voraussetzung, um einen Arbeitsplatz
zu sichern oder zu bekommen. Ohne Wohnung ist man nicht nur grundlegender
Rechte beraubt, sondern man muß sich auch noch vielfältigster Vorurteile
erwehren, selbst daran schuld zu sein, keine Hilfe zu wollen, nicht wohnfähig
zu sein.
Denn Klischees und Vorurteile prägen die Meinung über
Nichtseßhafte. Wer auf der Straße lebt, tut das nicht aus Bequemlichkeit
oder romantischen Gründen, denn das Überleben wird meistens zum täglichen
Kampf. Obdachlosigkeit ist keine kurze vorübergehende Lebensphase. Die
meisten leben für immer am Rande des Existenzminimums und noch darunter.
Arbeitslosigkeit, Krankheit, Scheidung oder Tod eines nahestehenden Menschen
sind typische Ursachen, die zur Obdachlosigkeit oder Nichtseßhaftigkeit
führen können. Wer sich einmal näher mit den "Tippelbrüdern" befaßt hat,
ihre Lebensgeschichte erfährt, ist überrascht. Die meisten haben in "normalen"
Verhältnissen gelebt, durch persönliche Schicksalsschläge wurden sie aus
der Bahn geworfen.
Das Diakonische Werk Sulzbach-Rosenberg bietet Wohnungslosen
und Nichtseßhaften folgende Hilfen an:
- Erfassung und Klärung der gesamten
Lebenssituation
- Klärung von Rechtsansprüchen
- Verteilung von Gutscheinen und Lebensmitteln
- Hilfestellung bei Arbeits- und Wohnungssuche
in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden
- Zuführung und Sicherstellung von medizinischer
Versorgung (Arzttermin, Krankenhausaufenthalt, Behandlungskosten)
- Vermittlung in stationäre Einrichtungen
(Herzogsägemühle) für Nichtseßhafte und Suchtkranke
- Hilfe zur Kontaktaufnahme mit Behörden,
Bewährungshelfern und Angehörigen (Vermittlung, Einfordern von Rechten)
- Beschaffung von Ausweispapieren
- Verweisen auf die Kleiderkammer und
die kommunalen Übernachtungsgelegenheiten
- vermitteln von preiswerten Zimmern
in Gasthöfen und Pensionen
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Weitere Hilfen für Wohnungs-
und Obdachlose
Damit den Menschen zukünftig besser geholfen werden kann,
hat die Arbeitsgemeinschaft der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege
in Bayern ein Rahmenkonzept "Ambulante Hilfen für alleinstehende Wohnungslose
in besonderen sozialen Schwierigkeiten" erstellt. Es soll die äußerst
schwierige Lage der Wohnungslosen bayernweit verbessern, denn für diesen
Personenkreis gibt es noch zu wenige Anlaufstellen, vor allem in kleineren
Städten und Landkreisen.
Ziel des Konzeptes ist es, ein Geflecht von ambulanten
Beratungs- und Betreuungsstellen auf- und auszubauen, in Zusammenarbeit
mit allen Beteiligten und Behörden. Hier soll zwischen Sozialeinrichtungen
der Städte und Landkreise sowie den Verbänden der freien Wohlfahrtspflege
vermittelt und koordiniert werden. Weitere Informationen unter www.bayris.baynet.de
Obdachlosigkeit kann jeden
treffen
Die Zahl der Wohnungsnotfälle wird von Fachverbänden bundesweit
mittlerweile auf 3,5 Millionen. Menschen geschätzt, mit steigender Tendenz.
Davon müssen ca. 1 Million Menschen ohne Wohnung durch den Winter kommen.
Etwa 130 000 Menschen leben auf der Straße, "hausen" in Tiefgaragen oder
Abbruchhäusern und wissen oftmals nicht, ob sie den nächsten Tag erleben.
An kalten Wintertagen häufen sich die Meldungen von Obdachlosen, die irgendwo
im Freien, meist unbemerkt von ihrer Umgebung, erfroren sind.
Unterkünfte für Obdachlose in der Region
An Unterkünften für Obdach- und Wohnungslose gibt es in
Amberg die Wärmestube und das Leprosenhaus. Im Erdgeschoß des Leprosenhauses
gibt es ein Zimmer, in dem vor allem Durchreisende, Nichtseßhafte meist
für eine Nacht unterkommen können. Wer da nächtigen will, muß sich einen
beim Sozialamt der Stadt einen Berechtigungsschein holen. In der Stadt
Sulzbach-Rosenberg gibt es für "Durchreisende" in der Pirnermühle ein
Zimmer für eine Übernachtungsmöglichkeit. Die Nichtseßhaften müssen zuerst
zur Polizei in Sulzbach, dort nach Hinterlegung ihres Ausweises, bekommen
sie den Schlüssel für das Quartier, um einmal übernachten zu können. Am
n ächsten Tag frühmorgens müssen sie den Schlüssel wieder abgeben und
weiterziehen.
KASA - Bezirksstelle
Pfarrplatz 5
92237 Sulzbach-Rosenberg
Telefon: 09661/87770-0
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